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Teevens Gedächtnisseite - Rückblick Spielstation Unna

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(Hoschi) Mit 18 Jahren im Jahr 1984 wurde Mark Teevens von den Pittsburgh Penguins in Runde 4 an Stelle 64 gedraftet. An 1. Stelle im selben Jahr wurde kein geringerer als Mario Lemieux auch von den Pittsburg Penguins gedraftet. Lemieux ist zu einem der NHL-Stars geworden, aber Mark hat nie den Sprung in die NHL geschafft. Nachdem es in der Heimat mit der NHL nicht geklappt hat, entschloss sich der erst 23jährige Mark Teevens sein Glück in Europa zu suchen. Er ließ sich von seinem Manager auf die Transferliste für Europa setzen. Der damalige Spielerberater des EHC Unna, schlug den jungen Teevens als Geheimtip für einen günstigen Kurs vor. Bei den Statistiken der letzten 7 Jahren konnte eigentlich nichts schief gehen


Saison

Team

Liga

Sp.

Tore

Ass.

Pkt.

Strafmin.

1982-83

Ottawa 67's

OHL

5

1

2

3

2

1983-84

Peterborough Petes

OHL

78

30

41

71

74

1984-85

Peterborough Petes

OHL

82

53

102

155

94

1985-86

Peterborough Petes

OHL

66

35

71

106

125

1986-87

Baltimore Skipjacks

AHL

71

15

16

31

34

1987-88

Muskegon Lumberjacks

IHL

53

17

26

43

39

1988-89

Indianapolis Ice

IHL

78

30

23

52

51

 

Da der EHC Unna auf seinen Geldbeutel achten mußte und mit kanadischen Spielern eigentlich immer Glück hatte, wie zuvor mit Mark Sochatsky (#9) (später 1.BL bei Iserlohn und Schwenningen), Rick Williams (#10), Francies Matechuk (#25) oder Bradly Thomson (#7), um nur einige zu nennen, wurde der junge Kanadier aus Ottawa für die Oberligasaison Nord 1989-90 verpflichtet. Mit ihm kam ein weiterer junger Kanadier mit dem Namen Steven Ewing (#9), der den Verein aber nach einer Saison wegen Heimweh verließ.

 

mark91     Mark Teevens 1991   mark91 2

                    

Ich kann mich noch an die erste Begegnung mit den beiden Kanadiern errinnern. Es war nämlich ein Sommerfest beim damaligen Trikotsponsor "HiFi Müller" in der Friedrich-Ebert-Straße. An diesem Tag sollten auch die beiden neuen Spieler aus Kanada in Düsseldorf landen und anschließend noch beim Fest vorbei schauen. Eigentlich war das Fest schon vorbei und kurz bevor auch ich nach Hause wollte, kam ein Auto vorgefahren und zwei mir unbekannte Typen stiegen aus. Der damalige Mannschaftsbetreuer hatte das Fahrzeug gesteuert und Herr Kramer (Geschäftführer EHC Unna) ging auf sie zu, begrüßte sie und ging mit ihnen in den Laden. Waren das etwa die neuen Kanadier, fragten wir restlichen Fans uns. Ein Teil blieb noch da und als Herr Kramer aus dem Geschäft kam fragten wir ihn. Und tatsächlich es waren Mark Teevens und Steven Ewing und Herr Kramer sagte geht doch hinein und begrüßt sie. Vier von uns gingen in den Laden hinein und erlebten eine nette Unterhaltung. Aber Mark war mir irgendwie sofort sympatisch, er war offen und höflich und hat so manche Frage über sich ergehen lassen bevor wir nach Hause gingen.

In den ersten Testspielen spielte sich Mark in die Herzen der Unnaer Eishockeyfans. Sein Einsatz und Kampfgeist für das Team machte ihn schnell zum Publikumsliebling. Natürlich auch wegen seiner Scorerpunkte, die ihn immer zu den bzw. dem Top-Stürmer in der Oberliga Nord machten


Saison

Team

Liga

Spiele

Tore

Assist

Punkte

Strafminuten

1989-90

EHC Unna

OBL Nord

56

106

97

193

52

1990-91

EHC Unna

OBL Nord

53

95

68

163

41

1991-92

EHC Unna

OBL Nord

32

56

48

104

32

 

Auch menschlich war er ein toller Kerl. Er kannte keine Starallüren und war den Fans eigentlich immer sehr nahe. Bei diversen Fantreffen kam er auf die Fans zu, was man von den einheimischen Spielern nicht behaupten konnte. Er unterhielt sich mit den Fans auch nach den Spielen. Er nahm sich immer viel Zeit für die Unnaer Eishockeyfans, die ihm anscheinend richtig wichtig waren. Er war so ein richtiger Kumpel vom Eis.
Seine Spielart war einzigartig, sein Laufstil sein Markenzeichen und seine Fairness zeichnete ihn als Sportsmann besonders aus. Das ihm die Fairness sehr wichtig war, spiegelt sich in seinem Strafzeitenkonto wieder. Auch die Aussage von Billy Flynn, nach seinem Tod in einem Zeitungsinterview: "Mark war einer der besten Menschen, die ich kenne. Sowas holt einen in die Realität zurück. Ich glaube, daß er der einzige Profi im deutschen Eishockey war, der keinen Feind hatte." , ist eine deutliche Aussage zu seiner Fairness!

Zur Neuen Saison 1990-91 wurde Mark natürlich wieder verpflichtet und mit ihm verpflichtete der EHC Unna den 2 Jahre älteren Kurt Wickenheiser, der bis zum Ende des EHC Unna sein Weggefährte war. Auch Kurt wurde Publikumsliebling in Unna. Zuletzt ist uns bekannt, dass Kurt bei den Corpus Christi IceRays (1999 - 2002) in einer unteren Liga in Kanada  spielte und danach als Trainer bei den Jacksonville Barracudas ACHL (2002-03) tätig war. Dort ist er aber jetzt nicht mehr

 

wick

 


Kurt Wickenheiser

Kurt und Mark bildeten ein gefürchtetes Stürmerpaar in der damaligen Oberliga Nord, waren immer unter den Top Ten der Scorrerlisten und führten in den Jahren 90/91 und 91/92 diese an. Leider hat alles aber ein Ende und im Eishockey liegt das meistens am Geld, wie in Unna.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, als der EHC Unna am Ende war. Wochenlang haben die Spieler auf ihr Gehalt gewartet, ab und zu gab es ein paar Mark für die beiden Ausländer (Mark und Kurt) und die anderen Spieler gingen meist leer aus. Jedes Mal, wenn man zur Eissporthalle kam, hatten man die Hoffnung, dass noch gespielt würde! Ich denke dieses Gefühl bzw. Erlebnis hat fast jeder Eishockeyfan schon einmal durchgemacht. Am 2. Februar 1992 stand dann das Spiel gegen den ESC Frankfurt (Stammverein der Frankfurter Lions) auf dem Programm. Da die Frankfurter Fans für ihre Reisefreudigkeit bekannt waren und sich 10 Busse alleine schon angemeldet hatten, hatte der Vorstand die Spieler bis dahin halten können, da die gesamten Einnahmen direkt an die Spieler ausgezahlt werden sollten. Vor ca. 1000 Zuschauern verlor man mit 2:12 und der Schuldenberg stand bei ca. 300.000 DM. Leider wurde aber nichts daraus, dass die Einnahmen direkt an die Spielern ausgezahlt werden konnten, denn ein Gerichtsvollzieher nahm die gesamten Einnahmen mit und wieder gingen die Spieler leer aus. Als ich dann am 09. Februar 1992, zum nächsten Heimspiel des EHC Unna zur Eissporthalle kam, waren die Kassen nicht mehr besetzt, die ersten Spieler kamen mir entgegen und sagten sie spielen nicht mehr für den EHC Unna, denn die versprochene Zahlung ist zum wiederholten Mal ausgeblieben. Man kann den Entschluß leider nachvollziehen, denn die Spieler waren Profis und jetzt war auch wieder Wechselzeit. Aber trotzdem ging ich in die Halle, um mehr zu erfahren. Unser Gegner, der 1. Hennefer EC Bonn war zum Aufwärmen auf dem Eis, da das Spiel offiziell nicht abgesagt worden war. Aber was war das zwei Unnaer Trikots auf dem Eis!? Es waren die Nummer #21 und #24, also Mark und Kurt. Sie wollten eigentlich spielen, aber der Rest der Mannschaft betrat nicht mehr das Eis. Somit wurde das Spiel abgesagt und der letzte Auftritt von Mark und Kurt in Unna auf dem glatten Untergrund war besiegelt.

Da dies Mitten in der Saison passierte, war es schwer für einen Ausländer einen neuen Verein zu finden. Damals wurde die Ausländerzahl noch auf zwei pro Verein begrenzt. Aber für zwei Top-Stürmer der Oberliga Nord konnte es nicht so schwer werden! Denn dort wo ein Ausländer verletzt war, wollte man nicht die Katze im Sack verpflichten, man brauchte adequaten Ersatz und mit den Referenzen von Mark und Kurt, war dies kein Problem. Mark ging nach Heilbronn in die 1. Bundesliga, von wo er zur nächsten Saison zu den Berliner Preußen in die höchste Deutsche Liga wechselte. Kurt dagegen ging erst zu den Bayreuth Tigers in die Oberliga Süd und spielte später ein paar Jahre für den Nachbarn ERC Westfalen Dortmund. Heute heißt noch das Maskottchen des Nachfolgevereines in Dortmund Wicki!!!

Ja das war die kurze Geschichte von Mark Teevens in Unna!!! Er hat eigentlich immer Kontakt nach Unna gehalten und wollte im Sommer 1989 beim Jugenhockeycamp "Kids on Ice" der Eissporthalle als Trainer mitarbeiten. Vielleicht hätten wir ihn auch noch mal als Spieler in Unna wiedersehen dürfen, aber leider starb er im April 1989 an den Folgen einer Lungenembolie. Meine einzigen Erinnerungsstücke an Mark sind eine handsignierte Sektflasche, eine kanadische Flagge mit Autogramm und die vielen schönen Erinnerungen an den "Unnaer Eishockeygott" Mark "Magic" Teevens!

 

Hast Du weitere Informationen oder Anregungen? Dann schick mir eine E-Mail!

 

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